Ein Schweifriemen gehört bei vielen Fahrgeschirren zur vorgesehenen Ausstattung. Er hilft, das Vorrutschen von Selett oder Kammdeckel nach vorn zu begrenzen. Ob und in welcher Ausführung er benötigt wird, richtet sich nach dem Geschirrsystem und der Anspannung. Er überträgt weder die Zugkraft zur Kutsche noch dient er zum Abbremsen des Wagens.
Welche Aufgabe hat der Schweifriemen?
Der Schweifriemen verläuft vom Rückenbereich des Geschirrs zur Schweifmetze, die unter der Schweifrübe liegt. Je nach Bauart sind weitere Geschirrteile mit diesem Bereich verbunden. Seine Aufgabe ist die Lagesicherung des Geschirrs gegen ein Rutschen nach vorn. Das Hintergeschirr ist ein anderes Funktionsteil: Dessen Umlauf liegt am Hinterteil des Pferdes und nimmt bei entsprechender Anspannung Rückhaltekräfte auf.
Beim Einspänner werden diese Kräfte über die dafür vorgesehenen Verbindungen zwischen Hintergeschirr und Schere übertragen. Zugstränge dienen dagegen dem Ziehen des Wagens. Beim Zweispänner sind die Verbindungen zur Deichsel und das jeweilige Geschirrsystem zu berücksichtigen. Der Schweif darf in keinem Fall zum tragenden Anschlusspunkt für das Aufhalten der Kutsche werden.
Wann ist ein Schweifriemen nötig?
Wenn das verwendete Geschirr einen Schweifriemen vorsieht, sollte es entsprechend der Herstelleranleitung vollständig verwendet werden. Ein scheinbar ruhiger Sitz im Stand ist keine ausreichende Begründung, ein vorgesehenes Teil wegzulassen. Bewegung, wechselnde Zugverhältnisse und die Scherenführung verändern die Kräfte während der Fahrt.
Es gibt unterschiedliche Geschirrkonstruktionen und Anspannungen. Deshalb lässt sich nicht pauschal aus Einspänner, Zweispänner oder Wagengewicht ableiten, dass jeder Schweifriemen dieselbe Funktion und Einstellung hat. Lassen Sie die benötigte Ausstattung am vollständigen Gespann beurteilen. Eine fehlende oder unpassende Verbindung sollte nicht durch ein beliebiges Ersatzteil improvisiert werden.
So wird der Sitz geprüft
Die Schweifmetze muss sauber, glatt und passend geformt unter der Schweifrübe liegen. Es dürfen keine Schweifhaare eingeklemmt werden. Nähte, harte Kanten, verdrehte Riemen und Schmutz können empfindliche Haut reizen. Der Riemen wird nach der Anleitung des Herstellers eingestellt, sodass er das Vorrutschen begrenzen kann, ohne das Geschirr dauerhaft über starken Zug an der Schweifrübe festzuhalten.
Zu kurz eingestellt kann er Druck und Abwehr auslösen. Zu lang eingestellt kann er seine Lagesicherungsfunktion nicht zuverlässig erfüllen. Eine feste Zentimeterangabe oder Fingerregel passt nicht zu jedem Modell. Die Einstellung muss zum Rückenriemen, Selett beziehungsweise Kammdeckel und der übrigen Verschnallung passen.
Prüfen Sie die Lage im Stand und unter fachkundiger Begleitung bei ruhiger Bewegung. Bestehen Schmerzen oder Scheuerstellen, wird nicht weitergefahren, um die Einstellung unter Belastung auszuprobieren. Zuerst werden Ursache und Verletzung geklärt. Änderungen am Geschirr erfolgen nur am sicher abgestellten und gesicherten Gespann.
Schweifriemen und Hintergeschirr unterscheiden
Das Hintergeschirr soll beim vorgesehenen Einsatz die Rückhaltekräfte über seine tragenden Teile aufnehmen. Seine Höhe, Weite und Verbindung zum Wagen werden unabhängig von der Schweifmetze fachgerecht eingestellt. Ein falsch eingestelltes Hintergeschirr lässt sich nicht durch Straffziehen des Schweifriemens korrigieren.
Auch ein korrektes Hintergeschirr ersetzt keine geeignete und funktionierende Kutschenbremse. Gerade bei Gefälle sind Wagengewicht, Strecke, Tempo und die sichere Bedienung der Bremse entscheidend. Starker Zug an der Schweifrübe ist kein normales Mittel zur Verzögerung und Anlass, die gesamte Anspannung zu prüfen.
Material und Pflege
Leder muss geschmeidig und frei von Rissen bleiben. Pflegen Sie es nach Herstellerangaben und vermeiden Sie harte Schweiß- oder Schmutzränder. Synthetische Ausführungen werden mit geeigneten milden Mitteln gereinigt; Lederfett ist nicht für jede Kunststoffoberfläche geeignet. Vor dem nächsten Einsatz müssen die Kontaktflächen sauber und trocken sein.
Kontrollieren Sie regelmäßig Nähte, Schnallen, Lochungen und die Schweifmetze. Beschädigte Teile werden ersetzt. Zusätzliche dicke Polster lösen eine ungeklärte Passform nicht zuverlässig und können den Sitz verändern. Entscheidend ist, dass das vorgesehene Teil zum Pferd und zum Geschirr passt.
Bei Empfindlichkeit die Ursache klären
Abwehr beim Anlegen, Schweifschlagen oder Scheuern können auf Druck, Reibung oder andere Beschwerden hinweisen. Gewöhnen Sie ein unerfahrenes Pferd behutsam unter fachlicher Anleitung an die Ausrüstung. Offene, geschwollene, nässende oder schmerzhafte Stellen gehören abgeklärt; bei Bedarf ist ein Tierarzt hinzuzuziehen.
Für eine Beratung sind Geschirrmodell, Größenangaben und aussagekräftige Fotos der gesamten Verschnallung hilfreich. Im Fahrsportsortiment von Esposita finden Sie Schweifriemen und weitere Geschirrteile. Wählen Sie diese nach Funktion und Kompatibilität und kontrollieren Sie den Sitz nach Änderungen am Pferd oder an der Anspannung erneut.